Bailongo

Tango in München mit Theresa

Musik-Seminare "Zuhören und Kennenlernen"

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Warum "Zuhören und Kennenlernen"?


In über 100 Jahren Tango ist eine faszinierende Vielzahl von Musikstilen entstanden. Jedes Orchester hat ein eigenes Klangbild geschaffen und im Lauf der Jahre weiterentwickelt. Durch den glücklichen Zufall, dass Aufzeichnungstechnik schon zur Verfügung stand, können wir heute die Musik hören, wie sie vor 80 oder 60 Jahren gespielt wurde. "Zuhören und Kennenlernen" lädt Tango-Tänzer dazu ein, die Musik, auf die sie tagtäglich tanzen, einmal genauer anzuhören.


Sich beim Tanzen von der Musik inspirieren zu lassen, ist nicht nur eine Sache von Intuition und subjektivem Empfinden. Ein geschultes Ohr erkennt einerseits die festen Strukturen, die jeder Tango hat, und die helfen, im Tanz zu "atmen" und sich mit dem Partner zu synchronisieren; andererseits entdeckt es in der rhythmischen und melodischen Reichhaltigkeit der Tango-Musik und der Vielfalt der Orchester-Stile unendlich viele Details, die den Tanz inspirieren; bei jedem Hören und mit jedem Partner anders.


Die Präsentation von ausgewählten Tangos mit Kommentierung musikalischer und spieltechnischer Merkmale und historischer Hintergründe vermittelt den Tänzern Wissen und schärft die Sinne und öffnet damit der Inspiration neue Horizonte.


Buchungen willkommen!

Seminare im Programm (September 2017)



Highlights der traditionellen Tango-Musik - Warum Tango so klingt, wie er klingt
oder
Was ist Tango?

Typische Rhythmen im Tango - Instrumentierung - die Spielweise: "Expressivität geht vor Wohlklang" - Vertonte Poesie: Situationen, Gefühle und Attitüden in den Tango-Texten, und ihre musikalische Gestaltung.
Dieses Seminar führt in kommentierten Hörbeispielen die wichtigsten Tango-Orchester der 20er bis 40er Jahre vor und arbeitet heraus, mit welchen rhythmischen, melodischen und spieltechnischen Stilmitteln der einzigartige Sound dieser Orchester geschaffen wurde und was für ein "Feeling" diese Musik transportiert.



100 Jahre Tango.

Der Tango entstand bereits im 19. Jahrhundert, aber Ton-Aufzeichnungen haben wir erst seit den 10er Jahren des 20. Jahrhunderts. In diesem Überblicks-Vortrag hören wir Musik aus 100 Jahren Tango:

- ein kratziges Beispiel von 1917;

- Musik aus dem ersten Tango-Boom der 20er Jahre, als es schon große stilistische Unterschiede zwischen Traditionalisten und der damaligen Avantgarde gab;

- fetzige Musik aus den späten 30er und frühen 40er Jahren, als nach der Wirtschaftskrise der Tango erneut extrem populär wurde;

- romantische und leicht dramatische Musik aus den 40er Jahren, als viele neue Tangos gedichtet und komponiert wurden und die Sänger zu Interpreten von "vertonter Poesie" wurden;

- kammermusikalische Kunstwerke aus den 40er bis 60er Jahren, die die Reichhaltigkeit und Komplexität des Tango auf die Spitze trieben;

- konzertanten Tango aus den 80er Jahren, als Tango seine Popularität verloren hatte;

- Musik aus dem neuen Tango-Boom, der in den 90er Jahren begann: Elektro-Tango und traditioneller Tango von einem zeitgenössischen Orchester neu eingespielt.



Die Evolution der Orchester-Stile im traditionellen Tango

Eine Reise durch 35 Jahre Tango-Musik, von den lebendigen Traditionalisten und  experimentierfreudigen jungen Wilden der zwanziger hin zu den virtuosen, expressiven Musikern und Sängern der vierziger und fünfziger Jahre. Auf dieser Reise begegnen wir gemütlicher, frecher, hochenergetischer, romantischer, komplexer und dramatischer Musik; wir verfolgen die wichtigsten Orchester über die Jahrzehnte und hören, welche innovativen und reichhaltigen Stilelemente sich die Musiker und Arrangeure ausgedacht haben.

Das lebendige Spiel der Traditionalisten (1927)
Osvaldo Fresedo, Juan Maglio "Pacho"

Expressivität auf die Spitze getrieben bei der Guardia Nueva (1928)
Julio de Caro

Zarte und romantische Musik Anfang der dreißiger Jahre (1930-1931)
Orquesta Típica Victor, Roberto Firpo, Francisco Canaro, Carlos di Sarli

Freche und fetzige Musik in den dreißiger Jahren (1933)
Edgardo Donato

Mit neuen Musikinstrumenten zum charakteristischen Orchester-Sound (1936-1938)
Osvaldo Fresedo, Francisco Lomuto, Roberto Firpo

Neue Protagonisten tauchen auf: Tradionalisten mit rhythmischer Hochenergie-Musik (1936-1938)
Juan d'Arienzo, Rodolfo Biagi

Alle folgen dem neuen Trend (1939)
Francisco Canaro, Roberto Firpo

Neue (alte) Protagonisten tauchen auf: Dynamische komplexe Musik, von der Guardia Nueva beeinflusst (1938-1941)
Aníbal Troilo, Carlos di Sarli, Pedro Laurenz

Das Orchester und sein Sänger, Interpretation von vertonter Poesie (1941-1944)
Ángel d'Agostino, Aníbal Troilo, Lucio Demare, Osvaldo Pugliese

Populäre eingängige Musik für begeisterte Tänzer (1945-1952)
Alfredo de Angelis, Juan d'Arienzo

Komplexe expressive instrumentale Tangos (1949-1955)
Carlos di Sarli,
Osvaldo Pugliese

Dramatische Tangos über Liebeswahn und verlorene Jugend (1954-1961)
Miguel Caló, Aníbal Troilo



Die dreißiger Jahre: Entstehung der stilistischen Vielfalt der Orchester. Von der Guardia Vieja und der Guardia Nueva zur Época de Oro.

Ende der zwanziger Jahre, während des ersten großen Tango-Booms in Buenos Aires, gab es zwei musikalische Stilrichtungen, die um die Gunst des Publikums wetteiferten: die traditionellen Orchester der Guardia Vieja und die Neuerer mit den Protagonisten Julio und Francisco de Caro. Viele der großen Orchester des "goldenen Zeitalters" hatten in dieser Zeit ihre Anfänge.
In der darauffolgenden Dekade ging der Tango durch wirtschaftlich schwierige Zeiten, Musiker mussten andere Geldquellen auftun, viele einst erfolgreiche Orchester lösten sich auf oder setzten sich anders zusammen. Die verbliebenen und neuen Protagonisten aber kreierten mit großer Experimentier- und Spielfreude neue Stilelemente, so dass am Ende des Jahrzehnts eine enorme Vielfalt von Tango-Orchestern den nächsten Boom, das "goldene Zeitalter", einleitete. Aber nicht nur als Übergang zur allseits bekannten und beliebten Musik der Época de Oro sind die dreißiger Jahre bedeutsam, in dieser Zeit wurden auch einige wunderbare zu Unrecht später vergessene Stücke geschaffen.



Über den Gesang im traditionellen Tango. Texte – Stile – Zusammenspiel.

Wir hören gesungene Tangos aus den verschiedenen Epochen von 1928 bis 1955, vom derben Spottlied bis zum Kunstwerk an vertonter Poesie. Wir lernen Gesangsstile kennen und verschiedene Weisen des Zusammenspiels von Sängern und Orchestern. Ab ca. 1940 sind beim "Cantor de la orquesta" Gesang und Orchester-Arrangement kunstvoll miteinander verwoben, es werden Stimmungen und dramatische Momente kreiert. Und wir lesen und besprechen die Texte in deutscher oder englischer Übersetzung.
Aus dem Inhalt:

– Beziehungsmord und Gewalt in der Familie, derb gesungen (1928-1931)
– Ehedrama und Selbstmorddrohung, gesungen im Belcanto (1931)
– Über den blasierten Nachbarn, über Fußball und über Glücksspiel, fetzig gespielt und gesungen (1933-1935)
– Verlassenheit, Frauenhass, Verbitterung, Todessehnsucht, in ausgefeilten Orchester-Arrangements mit Estribillo-Gesang (1936-1940)
– Wehmütiger Blick auf die Heimat, durch den "Cantor de la orquesta" (1941-1942)
– Großes Liebesleid , Drama und Verzweiflung, expressiv und kontrapunktisch dargeboten durch das Orchester mit seinen Sänger (1942-1945)
– Freundschaft, verlorene Liebe, verlorene Heimat, in schwindelerregenden Kunstwerken vertonter Poesie (1942-1948)



The other Big Four
Roberto Firpo - Francisco Canaro - Osvaldo Fresedo - Julio y Francisco de Caro
Fetziger Rhythmus - magische Phrasierung - süße Zartheit - abgefahrene Expressivität

"Die Großen Vier", das sind Carlos di Sarli, Juan d'Arienzo, Aníbal Troilo und Osvaldo Pugliese, haben Stile entwickelt und viele großartige Tangos geschaffen und dürfen deshalb in keiner Milonga fehlen. "Die anderen Großen Vier" waren in vielerlei Hinsicht Pioniere des Tango. Von ihnen stammen entscheidende Innovationen in Instrumentierung und Spielweise, sie waren die Kaderschule für die besten Musiker, und sie haben großartige Musik zum Tanzen geschaffen.



Carlos di Sarli – Miguel Caló – Aníbal Troilo.
Die eleganten Salon-Orchester der 40er Jahre

In der ersten Hälfte der 40er Jahre, als es angeblich 600 Tango-Orchester in Buenos Aires gab, jeden Tag drei Tango-Platten erschienen und es in jeder Cuadra im Zentrum ein Lokal gab, wo Tango gespielt wurde (Live oder von Platte), waren die Orchester Carlos di Sarli, Miguel Caló und Aníbal Troilo unter den beliebtesten. Heute gehören sie zum unverzichtbaren Bestand eines Tango-Abends.
Diesen drei Orchestern und ihren großartigen Musikern und Sängern widmet sich das Seminar. Wir verfolgen ihren Werdegang vom Ende der 20er bis in die fünfziger Jahre. Im Mittelpunkt stehen die gesungenen Aufnahmen aus der ersten Hälfte der vierziger Jahre, aus der Zeit, als Tango-Komponisten und -Textdichter eng zusammenarbeiteten und die Sänger nicht mehr nur eine Strophe sangen, sondern zum Interpreten von vertonter Poesie wurden. In einer Serie von Vergleichen unterschiedlicher Versionen der gleichen Lieder werden die charakteristischen Stilelemente der drei Orchester herausgearbeitet.

 

Tiere im Tango.

Wir hören Tangos mit Tieren in mehreren Kontexten. Es kommen vor:

- das Rind und das Pferd: Diese Tiere haben in der argentinischen Ökonomie, Sozialgeschichte und Kultur eine wichtige Rolle gespielt, die in vielen Tangos thematisiert wird. Die Einsamkeit der Gauchos kann man aus manchen Tangos auch dann heraushören, wenn man den Text nicht versteht.

- Affen, Katzen, Vögel etc. mit ihren Stimmen hören wir in witzigen, beschaulichen oder sarkastischen Tangos.
- Vögel, Fliege, Hund und andere Tiere kommen als Metaphern in vielen Tangotexten vor.

 



Seminare für DJs oder solche, die es werden wollen:

Charakteristika der Orchester zum Bauen von Tandas mit Charakter

Wir behandeln hier die Charakteristika der Orchester nicht als musiktheoretischen Selbstzweck, sondern aus der Sicht der Tänzer, und untersuchen, welche Stimmungen die Orchester vermitteln, damit wir Tandas bauen können, die eine Stimmung aufrechterhalten (oder entwickeln) und einen "flow" während einer Milonga erzeugen können.


Creating the flow - how to construct an evening
Coherent tandas – contrasts between tandas – cycles of energy – tuning with the dancefloor.

Die nächsten Termine

(nähere Infos unter "Aktuelles")


Montag, 22. Januar, 18:30-19:30

Milonga: Historie - Rhythmen - Stile - Highlights

Europäisches Patentamt, München


Freitag, 9. Februar 2018

Tango Tangente, Kehl

The evolution of the orchestra styles (in English)


Montag, 19. Februar, 18:30-19:30

Vals: Historie - Rhythmen - Stile - Highlights

Europäisches Patentamt, München